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Lyrisch

Veröffentlicht in friends, interior monologues, life, love, poetry, psychology, quote bei Mai 8, 2008 von Hannah

Kürzlich besprachen wir im Ethik-Kurs Gedichte, weil unsere Wunderlehrerfrau meinte, wir müssten doch mal was kreatives machen und nicht immer die Philosophen durchkauen.

Auf dem Textblatt, das sie uns austeilte, waren einige Gedichte abgedruckt, die ich heute erst ernsthaft lesen wollte/konnte/las.

Und eines ist wirklich, wirklich schön:

Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden,
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.

(Erich Kästner)

Hier findet sich eine von Jürgen von der Lippe gelesene Version; trotz recht schlechter Tonqualität schön. Ach, ich werd ja ganz rührselig.

Déja-vu, Erinnerungen, und so

Veröffentlicht in art, friends, gone times, interior monologues, life, love, music, poetry, psychology bei März 11, 2008 von Hannah
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Hörst du
der Morgen kommt
und ich bin nicht bereit
nur einen Gedanken daran zu verschwenden
wo der Morgen bleibt
Lass die Zeit verschwinden
und sieh wie sich die Sterne drehn
Ich weiß genau
dass du weißt
was ich will
Lass es nicht an dir vorüber gehn
Spürst du die Liebe geht
und nimmt uns an der Hand
Um mit der Sonne zu verschmelzen
bis zum Untergang
Lass die Zeit verschwinden
und sieh wie sich die Sterne drehn
Du weißt genau
dass ich weiß
was du willst
Lass es nicht an dir vorüber gehn
Ich war schon besser dran
dreitausend Lügen kommen über mich
weil ich nicht von dir lassen kann
auch wenn der Tag anbricht..
Ich lass los
du bist frei zu tun was immer du willst
lass die zeit verschwinden
und sieh wie sich die sterne drehn
Siehst du wie tief es geht
weil wir hier oben stehn
um mit der Sonne zu verschmelzen
bis wir untergehn
Lass die Zeit verschwinden
und sieh wie sich die Sterne drehn
ich weiß genau
dass du weißt
was ich will
Lass es nicht an dir vorüber gehn
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Woody - Lass die Zeit verschwinden.
Und solche Lieder zu hören nach so langer Zeit macht mich dann doch immer und immer wieder verdammt….melancholisch-nachdenklich

Blaublütig

Veröffentlicht in interior monologues, poetry bei Juli 21, 2007 von Hannah

blau
fließt das blut aus ihren adern
die spitzen ihrer nachtschwarzen haare benetzend
zieht es
einen schleier
über
die dornen, auf denen sie nur schwankend steht.

blau
schrieb man ihren namen
vor dem ein jeder gestern noch respektvoll schwieg
der heute
ohne klang
in
der stillen helligkeit verklingend stirbt.

blau
fließt das blut aus ihren adern
während sie, von ranken gehalten, dem boden entgegen
sich neigend
ihr eigenes
sein
in der bodenlosigkeit verliert.